FlaRaketen "Dwina"11D/11DAM und "Wolchow"20D

Der Fla-Raketen-Komplex S-75 "Dwina" wurde 1960 in der NVA eingeführt, der Komplex S-75M "Wolchow" löste ihn 1964 ab und blieb bis 1990 bei der Luftverteidigung.

Die Hauptbestandteile des Komplexes waren:

Raketenleitstation (RLS) mit Leitkabine (Gefechtsstand) UW, Rechnerkabine AW, Sende/Empfangskabine PW, Stromversorgungsanlage, 6 Startrampen mit je 1 Lenkflugkörper sowie der Funkmeßkomplex mit Radarerfassungs- Station P-12. Bei der moderneren Wolchow stand die Radarstation P-18 und Funkmeßhöhenfinder PRW-13.

Die Raketen waren 2-stufig, für den Start das Feststofftriebwerk und für den gelenkten Marsch das Flüssigkeitstriebwerk. Zum Technologischen Komplex gehörten wieder die Raketentransportfahrzeuge, diverse Kräne, Fahrzeuge zur Prüfung, Kontrolle, Wartung, EWZ, Gefechtskopf- und Triebwerkstransport, Tankwagen, Zug- und Hilfsfahrzeuge.

Weltweit bekannt wurde dieser Komplex durch die Abschüsse eines Spionageflugzeuges U-2 am 1. Mai 1960 über der Sowjetunion und vieler amerikanischer Flugzeuge aller Typen, auch 31 B-52-Bomber im Vietnam-Krieg. 

 

Fla-Rakete auf der Startrampe.

Äußerlich betrachtet sind keine Unterschiede an den Raketen der beiden Komplexe erkennbar

Die DDR-Firma ESPEWE stellte ab 1967 das Modell des Raketentransporters "Dwina" her 

SIL-157KW Transportladefahrzeug PR-11AM Komplex S-75 Dwina 

Sattelauflieger PR11A mit Fla-Rakete 11D bzw. 11DAM im Komplex S-75 Dwina

SIL-131W Transportladefahrzeug PR-11BM Komplex S-75M Wolchow mit Rakete 20D

Funkmeßhöhenfinder PRW-10 

PRW-10 

Rundblickstation P-12 mit Antennenfahrzeug und Auswertekabine 

Rundblickstation P-35 

Raketenleitstation RSNA-75 Komplex S-75 Dwina für Rakete 11D bzw. die modernisierte

Version für tieffliegende Ziele von 100 m und 25 km Höhe, die Rakete 11DAM  (Eigenbau)

 RSNA-75   (Eigenbau)

Kettenzugmaschinen AT-T zum Auf- und Abbau und Verlegung der Startrampen und Radarstationen (Eigenbau)

AT-S 712 

KrAS-214 mit der Startrampe SM-63 in Marschlage.

Peter Beier gab den Hinweis für die richtige Zusammenstellung der Technik beim Ziehen auf Straßen 

KrAS-214 mit der Startrampe - Heckansicht 

 

Kettenzugmaschine AT-T (Eigenbau) mit "aufgeprotzter" Startrampe SM-63.

Für die schnelle Standortverlegung wurde es notwendig, den Komplex S-75 mobil zu machen. Dazu erhielt die Startrampe (ähnlich wie bei Tiefladern) Radsätze, die sog. Protzen und konnten von den schweren AT-T aus- oder in die Stellung manöveriert werden. Hier ist die Zugmaschine am anderen Ende gekoppelt. Beim Marsch auf befestigten Straßen wurde der schwere KrAS als Zugmittel eingesetzt. 

Startrampen-Modell SM-63

Das SIL-Transportladefahrzeug fuhr auf einer genau vorgegebenen Fahrspur im Winkel von 90° zur Rampe bis zum Stoppunkt, der Transportbaum wurde nach dem Entriegeln rechtwinklig eingeschwenkt, die Rampe mit dem TLF verkuppelt und die Rakete auf der so entstandenen Bahn auf die Rampe geschoben. Dazu waren in der Regel vier Soldaten nötig.

Übergabe an die Rampe

Stromversorgungs-Aggregat der Komplexe DWINA und WOLCHOW war wie die im Bild gezeigte

 PÄS-75T/230/Tsch400-M mit einer Leistung von 75 Kw  (Eigenbau)

 

Elektroaggregat (Netzersatzanlage) 200 KW Typ ÄSD-200M1 und ÄSD-200M2 mit 400-Hertz-Umformer. (Eigenbau)

 

URAL 375D Meteorologische Station MRK-1 

MRK-1 

 

 

Letzte Änderung: 29.01.2012

  

Nach oben