FlaRaketen "KRUG"

Der mobile Fla-Raketenkomplex 2K11 "KRUG" (SA-4 GANEF) der Truppenluftabwehr wurde ab 1973 in der NVA eingeführt.

Die Raketen 3M8M2 und 3M8M3 hatten ein Feststoff-Starttriebwerk mit 4 Starthilfsraketen, die nach dem Ausbrennen abgeworfen wurden. Die Marschtriebwerke waren als Flüssigkeits-Staustrahltriebwerk ausgelegt und ermöglichten Geschwindigkeiten um 1000 m/sek. Die Rakete konnte Ziele bis in 24,5 km Höhe bekämpfen.

Die Aufklärungs- und Zielzuweisungsstation 1S12 hatte ein Freund-Feind-Kennungsgerät und ein Telecodegerät 1S62 für die Übertragung der Zielzuweisung zur Raketenleitstation 1S32 der Batterie. Die 1S32 hatte Verbindung über die Telecodegeräte 1S62 (zur AZS 1S12) und  1S63 (zur 2P24). Der Feuerleitkomplex bestand aus den Fahrzeugen KBU (Kabine der Kampfführung) im Regimentsgefechtsstand und den Fahrzeugen KPZ (Kabine zum Empfang der Zielzuweisung). Die KBU bildete zusammen mit der 1S12, dem Höhenfinder PRW-16 und den Rundblickstationen P-18 und P-19 den Regimentsgefechtsstand. Den Abteilungsgefechtsstand bildeten 1S12 und KPZ.

Die NVA hatte 42 Startrampen, 14 Raketenleitstationen und 10 Aufklärungs- und Zielzuweisungsstationen im Bestand. 

Startrampe 2P24 Komplex KRUG mit zwei feuerbereiten Luftabwehr-Raketen 3M8. 

Startrampe 2P24 in Marschposition.

Außerhalb des direkten Übungsgeländes und Manövergebiets waren

die Rampen mit den Raketen immer mit Planen verdeckt. 

Blick auf die (Modell-)Triebwerke der Rakete 3M8.

Die Raketen wurden mehrmals modernisiert, die Bezeichnung änderte sich in 3M8M2 bzw. 3M8M3.

Mobile und geländegängige AZS 1S12 auf Basisfahrzeug 426u .  (Eigenbau, Radarantenne PERMO Perleberg)

Es gab die Versionen -A-1 und -M1. Die 1S12 war Aufklärungs- und Zielzuweisungsstation (AZS), funkstörungsgeschützt und bestimmte die Koordinaten und die Entfernung zu Luftzielen, fragte ihre Kennung ab (Freund-Feind-Erkennung) und übermittelte diese Daten an ein automatisiertes Führungs- und Leitsystem. Die Aufklärungsentfernung lag bei 300 km. Die Einführung bei der NVA erfolgte ab 1970, es waren 10 Fahrzeuge im Bestand der NVA. 

AZS 1S12  (Eigenbau, Radarantenne PERMO Perleberg)

KrAS-255 mit Höhenfinder PRW-16 und Elektroaggregat 1Ä9 (30 Kw Drehstrom).

Zusammen mit der P-40 bildeten diese Geräte den Funkmeßkomplex RBS-40. 

PRW-16 

Höhenfinder PRW-16 in Marschposition (ohne Plane) 

Modell-Detail des PRW-16 

Modelldetail 

Automatisierte Raketenleitstation 1S32 für den Komplex 2K11 KRUG.  (Eigenbau)

Die Aufklärungsreichweite lag bei 125 km, ab 110 km konnten Luftziele automatisch begleitet werden. Die Einführung bei der NVA begann 1973. 

1S32 in Marschposition.  (Eigenbau)

Zum mechanischen Schutz wurde die Hauptantenne gedreht und frontseitig ein Gitterabweiser aufgeklappt. 

1S32  (Eigenbau)

URAL 4320 Raketen-Transport-Lade-Fahrzeug 2T6 

SIL-131 Transportfahrzeug 9T25.

Der aktive Spezial-Sattelauflieger hatte zwei hydraulisch angetriebene Achsen und wurde von

der Sattelzugmaschine mit einem 2. Nebenantrieb durch einen Druckstromerzeuger betrieben. 

 

Letzte Änderung: 12.06.2009

  

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